Fußball ist doch ein Spiel, oder?
Mai 16, 2012 in Gesellschaft
Fußballspiele scheinen immer häufiger, als Anlass für hirnlose Schlägereien und anderweitige Gewaltaktionen herhalten zu müssen. Bei den Krawallmachern sind nicht etwa Jugendliche die Hauptakteure, sondern – zumindest dem Alter nach – erwachsene Männer. Haben die denn keine andere Möglichkeit, ihre XY-Chromosome unter Beweis zu stellen?
Es ist ja auch wenig durchdacht, gerade dem Verein durch Tumulte zu schaden, den man doch so ‘ehrenhaft’ verteidigen möchte – wogegen auch immer. Es spricht ja schon für sich, dass man die Vereine für die Niveaulosigkeit ihrer Hooligans büßen lassen muss, nur um wenigstens einen Hauch von Bestrafung zu erreichen. Das trifft aber die Falschen. Den Radaubrüdern ist doch sowieso alles egal, Hauptsache man kann seine Unzulänglichkeiten im richtigen Leben mal wieder abreagieren.
Die restlichen Zuschauer – normale Männer, Frauen und Kinder – bekommen ihr Fußball-Erlebnis verdorben und werden nicht selten in Mitleidenschaft gezogen. Um Fußball und somit eigentlich eiin sportliches Spiel geht es den Chaoten genauso wenig, wie den ‘Kollegen’, die sich bei jeder Gelegenheit durch Schlägereien mit der Polizei profilieren müssen oder ihren Frust und ihre Angst an wehrlosen Gegenständen auslassen. Die Gewerkschaft der Polizei regt an, den Vereinen von Randalierern Punkte zu streichen, was im schlimmsten Fall zum Abstieg führen kann. Aber das wäre dann ein neuer Grund für die gewalttätigen Elemente. Vielleicht sind es deren Strafen, die massiv erhöht werden müssen. Die andere Seite ist ein Umdenken in der Gesellschaft. Solange die Ellbogen-Mentalität und die immer stärker werdende Gleichgültigkeit den Mitmenschen gegenüber zunehmen, solange werden die Schläger ein Spiegel unserer Gesellschaft bleiben. Denn auch die Prügler hatten mal ein Elternhaus, Lehrer und Vorbilder in Vereinen oder Clubs. Die prägenden Zeiten mit diesen Wegbegleitern sind scheinbar ohne die Vermittlung von Werten geblieben. Da sollte man auch wieder dran arbeiten. Dann hat auch Fußball wieder den sportlich-fairen und unterhaltenden Charakter eines Spiels.

